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Goslarsche Str. 65-66
31134 Hildesheim
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Bildungs- und Teilhabepaket
Methode
Methodenkonzept der Sekundarstufe I
PISA
Hier das GGH bei der PISA-Studie
Versetzung
Hier finden Sie die Versetzungsstatistik des Schuljahres 2010/2011.
Auszeichnungen
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Jonathan in Avellaneda
Hola! Es grüßt Jonathan aus Avellaneda, Santa Fé, Argentinien. Hier bin ich jetzt (November 2009) seit gut zwei Monaten, es ist Frühling und die 35ºC, die hier durchaus normal sind, sind etwas gewöhnungsbedürftig. Vor dem Sommer habe ich jetzt schon Angst, da werden es hier im Norden Argentiniens um die 48ºC. Für einen Nordeuropaeer wie mich werden das drei harte Sommermonate. Ich bin in meiner Gastfamilie der vierte Sohn, einer ist schon ausgezogen, teile mir mein Zimmer mit den zwei anderen.
Argentinien hat eine Menge zu bieten, vor allem, was Essen und Trinken angeht. Asado, Mates, Terere, Empanadas, Dulce de Leche, Alfajores. Alles Made in Argentina und koestlich, habe schon einige Kilos mehr auf den Hüften. Eine Mahlzeit ohne Fleisch ist hier unüblich. Aber nicht nur das Essen fasziniert mich hier, die Argentinier sind nicht mit den Deutschen zu vergleichen. Hier ist man temperamentvoll. Auf den Jodas, den Feiern, tanzt hier jedermann ausgelassen. Die Gespräche zwischen Argentiniern verlaufen nicht selten lautstark, vor allem, wenn es um Fussball geht. Da wird um die Wette gestikuliert. Die argentinische Sprache, die man nicht einfach als Spanisch abtun kann, gefällt mir sehr und ich werde es wohl auch im Deutschen nicht vermeiden können, in jeden zweiten Satz ein "Ché" einzubauen.
Ich gehe täglich in die Schule, kann aber ausschlafen, denn der Unterricht beginnt jeden Tag um 13.30 Uhr und endet um 18.35 Uhr Das System finde ich nicht schlecht, weil man so zum Beispiel auch unter der Woche mal ausgehen kann. Ich sitze in meinem Kurs mit 33 anderen Schülern, darunter eine Austauschschülerin aus Lettland, mit der ich mich inzwischen auch nur noch auf Spanisch unterhalte. Die Lehrer werden geduzt und mit Vornamen angesprochen, was erstmal ein wenig seltsam anmutet, wenn man es nicht gewöhnt ist. Das Niveau erscheint mir, mit Deutschland verglichen, recht niedrig, da ist man beispielsweise im elften Jahrgang in Mathe auf dem Stand der neunten Klasse.
Schulwochen sind selten fünftägig, immer gibt es irgendeinen Feiertag oder sonstige Ausfälle.
Am 21. September war "Día del Estudiante", Tag des Schülers, der in den Schulen groß gefeiert wird. Jeder Kurs musste sich eine Verkleidung aussuchen und eine Choreographie erarbeiten und diese dann am 21. vorführen. Mein Kurs tanzte im Stil einer argentinischen Fernsehserie, ich war ein "Ángel Rojo" (siehe Foto). Im Allgemeinen feiert der Argentinier viel, da reicht der kleinste Anlass.
Mit der Regierung ist kaum jemand hier zufrieden, denn es scheint, dass die Präsidentin mehr Geld in Fussball steckt als in den Ausbau des Bildungssystems beispielsweise, der hier dringend nötig wäre. Viele Strassen in den Städten sind nicht asphaltiert und die Häuser außerhalb wirken verarmt. Aber letztendlich kümmert den Argentinier die WM-Qualifikation dann doch mehr als die Politik, so scheint es mir. Naja, die Qualifikation ist jetzt mit viel Mühe geschafft, es ist wieder Hoffnung in den Gesichtern der Argentinier zu sehen.
Ich bleibe noch bis Juni 2010 und hoffe auf ein unvergessliches Jahr. Angefangen hat es schon vielversprechend. :)
Liebe Grüße,
Jonathan Hilgenfeld





