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Johanna in Gaillac (Südfrankreich)

Tessonière, jeudi le 12 septembre 2009

 

 

Salut!
Ich bin Johanna Schröder und gehe auf dem Goethegymnasium in die 10c.
Hier in Südfrankreich, in Gaillac, einer Kleinstadt im Departement Tarn, in der Region Midi-Pyrénées, besuche ich für knapp zwei Monate die Seconde 2 des Lycée (dt.: Gymnasium) Victor Hugo.
Während dieser Zeit wohne ich bei einer Gastfamilie in einem Dorf ganz in der Nähe von Gaillac, sodass die Busfahrt zur Schule und wieder zurück nur etwa zehn Minuten dauert.
Ich habe eine 18-Jährige Gastschwester die mit mir auf das Lycée geht, allerdings in die Terminale (dt.: Abitursklasse, zwölfte Klasse). Außerdem habe ich zwei ältere Gastbrüder, der eine ist während der Woche beruflich unterwegs und kommt nur am Wochenende um seine Familie zu besuchen, der andere, der ältere, wohnt zurzeit in seinem Lastwagen auf dem Hof.
Die Familie hat mehrer Katzen und Hunde, somit ist immer viel los im Haus.
Wenn ich Problem habe oder etwas nicht verstehe, kann ich jeder Zeit zu irgendwem aus der Gastfamilie gehen, sie sind alle total nett und helfen mir gerne.

Hier in  Frankreich hat das Schuljahr erst am 2.September begonnnen und somit war das auch für mich der erste Schultag hier an einem französischen Lycée. Ich war etwas aufgeregt, doch galt das wahrscheinlich auch für viel meiner Mitschüler. Denn auch für sie war es der erste Schultag an einer neuen Schule. In Frankreich kann man nämlich nach  4 Jahren auf dem Collège auf ein Lycée wechseln. Dort verbringt man, wenn man nicht vorher abgeht oder wiederholen muss, noch drei weitere Schuljahre.
Anfangs verstand ich in der Schule in den meisten Fächern gar nichts oder nur wenig, aber woher soll man auch die ganzen historischen, mathematischen, physikalischen und anderen Fachbegriffe kennen?
Mit der Zeit funktioniert das aber immer besser.
Schon in den ersten Tagen hab eich ein paar Freunde gefunden, die mir in der Schule helfen, wenn ich etwas nicht verstehe.

Die Stunden hier am Lycée sind länger als in Deutschland, denn sie dauern 55 Minuten oder es gibt Doppelstunden, die dann 1,5 Stunden dauern, und zwischendurch hat man an den einzelnen Schultagen mindest einmal étude (eine Freistunde um Hausaufgaben zu machen).
Am Lycée Victor Hugo kann man mittags in der Schulkantine essen. Schüler, die das tun, sind demi-pensionnaire. Schüler die im Lycée wohnen sind „internes“ und die, die mittags zum Essen nach Hause gehen sind „externes“.
Ich bin „demi-pensionnaire“ und esse somit mittags mit Freunden in der Kantine.
Mittwochs haben alle Schüler um 12 Uhr Schluss. Am Montag und Freitag kann man bis maximal 17 Uhr Unterricht haben und dienstags und donnerstags bis maximal 18Uhr.
Ich habe z. Z. am Montag um 16 Uhr, am Dienstag um 18 Uhr, am Mittwoch um 12 Uhr, am Donnerstag ebenfalls um 18 Uhr und Freitag um 11 Uhr, 13 Uhr oder 14 Uhr Schluss.
Der Grund für die drei verschiedenen Zeiten am Freitag ist ganz einfach: An diesem Lycée gibt es la semaine A et la semaine B (semaine = Woche) und die Klassen der Seconde werden in den naturwissenschaftlichen Fächern in zwei Gruppen eingeteilt.
Besondere „Fächer“ sind: Die Modules in Französisch, Mathematik und Geschichte/Erdkunde und AI in Französisch und Mathematik, wo man lernt wie man lernt.

Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Südfrankreich (bislang gab es hier nur strahlenden Sonnenschein.

 

  Johanna Schroeder

 

Johanna Schröder



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