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Wahlkampfexkursionen
Das Seminarfach „Wahlkampf und politische Rhetorik“ zu Besuch in den Wahlkampfzentralen in Hannover
SPD und Grüne
Am Mittwoch, dem 17. Oktober 2007, trafen sich die Schüler des Seminarfachs „Wahlkampf und politische Rhetorik“ um 13:45 Uhr am Hildesheimer Hauptbahnhof, um unter Leitung von Herrn Prick die Wahlkampfzentralen der SPD und der Grünen in Hannover zu besuchen. Nach kurzer Zugfahrt in Hannover angekommen, ging es sofort zur SPD, wo uns Herr Krüger, Wahlkampfberater der SPD aus Berlin, erwartete. Zuerst stellte er sich und seine Aufgaben als Wahlkampfberater vor und ging dann im Folgenden näher auf die Wahlkampfzentrale seiner Partei ein. Es gibt eine Reihe von Abteilungen, die die verschiedensten Aufgaben für den Wahlkampf 2008 organisieren: die Abteilung für Strategie, die sich beispielsweise mit der Gegnerbeobachtung befasst, die Pressestelle, die Anfragen von Journalisten bearbeitet und sich um die Internetpräsenz der Partei kümmert, die Dienstleistungszentrale, die alle siebenundachtzig Wahlkreise mit Wahlkampfmaterial beliefert und die Veranstaltungsabteilung, die öffentliche Auftritte der Politiker vorbereitet.
Im Anschluss kamen wir Schüler dann endlich zum Zug. Nun stellten wir Fragen, die Herr Krüger samt seiner Praktikantin beantwortete.
So galt das Interesse der Schüler zum einen den Wahlkampfthemen, wie etwa der Abschaffung der Studiengebühren und dem aktuellen Richtungsstreit innerhalb der SPD, und zum anderen der Ausgangssituation der SPD für den im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlkampf und der Parteistrategie.
Nach Meinung von Herrn Krüger ist der Wahlkampf noch „vollkommen offen“. Die SPD führe keinen stark themenbezogenen Wahlkampf, im Gegensatz zu den Grünen, wie der Leser noch sehen wird. Vielmehr sei der Wahlkampf auf den Spitzenkandidaten ausgelegt, zumal es nur drei relevante Wahlkampfthemen gebe, mit denen die Partei im Wahlkampf punkten könne.
Das führt allerdings – wie es Herr Krüger sagte – zu einer „Verflachung“ des Wahlkampfs.
Nach einigen weiteren Fragen war die Stunde auch schon vorbei, und es galt zur Parteizentrale der Grünen aufzubrechen, um sich ein Bild von deren Meinung zum anstehenden Wahlkampf machen zu können.
Dort angekommen, wurden alle Schüler mit Bionade versorgt und im Anschluss stellte uns der Wahlkampfmanager der Grünen, der uns leider durch den jetzt schon bestehenden Wahlkampf¬stress vergessen hatte, die Strategie seiner Partei vor.
Die Grünen führen in diesem Wahlkampf einen rein auf ihre Partei zugeschnittenen Wahlkampf, da sich die SPD zur Zeit in einem „loser-Image“ befinde. Daher gebe es auch keine Entscheidung für einen Koalitionspartner.
Die Grünen wollen sich durch unkonventionelle Plakate und durch einen – im Gegensatz zur SPD – themenbezogenen Wahlkampf in der Öffentlichkeit profilieren. So sind die wichtigsten Themen der Klimaschutz und die Gleichberechtigung der Frau innerhalb der Gesellschaft.
Die Ausgangsposition der Grünen sei durch das Schwächeln der SPD recht schwierig. Nach der Wahl würden die Grünen zwar mit allen Parteien Koalitionsgespräche führen, aber man könne sich nur schwer vorstellen, mit der CDU oder etwa mit der Linken eine Regierung zu bilden.
Das Ziel der Grünen für den Wahlkampf sind 10%+, was auch nach Meinung des Befragten durchaus realistisch ist.
Um 16:30 Uhr war dann auch schon die ereignisreiche Diskussion zuende und wir machten uns zum hannoverschen Hauptbahnhof auf, um wieder nach Hildesheim zu gelangen.
Im Zug ergaben sich dann noch einige recht interessante Gespräche über die beiden Parteien und den Wahlkampf 2008, was die Exkursion abrundete.
Zurück bleibt die Erinnerung an einen aufschlussreichen Besuch zweier Parteien, der unsere Vorfreude auf den Besuch der CDU und FDP nach den Herbstferien noch weiter steigert.
CDU und FDP
Am Mittwoch, dem 07.11.2007, trafen wir uns um 13:45 Uhr zum zweiten Mal am Hildesheimer Hauptbahnhof, um nach Hannover zu fahren. Es galt, die anderen Parteien, also CDU und FDP, zu besuchen. Schließlich wollten wir uns auch über deren politische Ausgangssituation, ihre Wahlkampftaktiken und ihre Wahlkampfthemen informieren. In Hannover angekommen machten wir uns sofort auf den Weg zur CDU, die wir gegen 14:30 Uhr erreichten.
Dort erwartete uns eine Power-Point-Präsentation, die wir aufmerksam unter Einnahme von Kaffee und Kuchen verfolgten. Der Referent informierte uns über die „heiße“ Wahlkampfphase, über Wahlkampfthemen und über die verhältnismäßig hohe Wahlbeteiligung in Niedersachsen, die bei der letzten Landstagswahl bei immerhin 68% gelegen habe.
Nach dieser gelungenen Präsentation waren die Schüler wieder am Zug. Nun stellten wir Fragen. So galt das Interesse den etwaigen Koalitionspartnern der CDU. Nach Meinung des Referenten gäbe es nur zwei Optionen. Die präferierte sei die FDP, mit der die CDU momentan im niedersächsischen Landtag koaliert.
Die andere Möglichkeit sei die SPD, also die Bildung einer großen Koalition. Dies sei allerdings nur eine Notlösung und die CDU gehe nicht davon aus, dass sie mit der SPD koalieren müsse.
Zudem tauchte noch die Frage auf, inwiefern die CDU in ihrem Wahlkampf zwischen den verschiedenen Zielgruppen differenziere. Dies beantwortete der Referent mit einem Plakat, auf dem der Spitzenkandidat der CDU, Christian Wulff, in einem legeren Outfit zu sehen ist. Das Plakat spricht eher eine jüngere Zielgruppe an. So soll den jungen Erwachsenen suggeriert werden, sich mit Christian Wulff identifizieren zu können. Auf den meisten Plakaten tritt Christian Wulff allerdings im schwarzen Anzug auf, womit die Hauptzielgruppe der CDU, nämlich Ältere, angesprochen wird.
Die Fragerunde ging - wie wir es schon von den anderen Parteien gewohnt waren - wieder viel zu schnell vorbei, so dass wir uns auf den Weg zur FDP machten. Nach längerem Fußmarsch kamen wir dort um 16:20 Uhr an, und hörten ebenfalls einen Vortrag.
Die Referentin der FDP informierte uns - wie es auch die CDU tat - über die Ausgangsposition ihrer Partei. So gehe sie davon aus, mit der CDU wieder koalieren zu können. Die FDP setzt – im Gegensatz zu den beiden großen Volksparteien – Schwerpunkte auf parteispezifische Themen wie etwa Wirtschafts- und Finanzpolitik. Wie die Grünen führt auch die FDP keinen personenbezogenen Wahlkampf.
Weiterhin kritisierte sie den „Linksruck“ der CDU. Die FDP bliebe ihrer Meinung nach eine „Partei der Mitte“. Nun schloss sich wieder eine Fragerunde an, in der es vor allem um den Zweitstimmenwahlkampf der FDP, das knappe Wahlkampfbudget und noch einmal um den themenorientierten Wahlkampf ging.
Die letzte Frage wurde um 17:20 Uhr gestellt und wir machten uns wieder auf den Weg zum Hannoverschen Hauptbahnhof.
Als Fazit kann man – wie auch nach unserem ersten Besuch bei der SPD und den Grünen – sagen, dass es ein höchst informativer Tag war, der uns sicherlich noch im weiteren Unterricht beschäftigen wird.
Adrian Zeiler





