Inhalt Rechts

Rechte optische Spalte

Suche

Suche

Suche

Dritte Spalte

Anschrift

Goslarsche Str. 65-66

31134 Hildesheim

 

Fon: 05121/301-8400

Fax: 05121/301-8401

Fit für´s digitale Klassenzimmer

digitales Klassenzimmer

Login Schulnetz (Iserv)

Bildungs- und Teilhabepaket

Infoblatt

 

Antrag

  

Methode

Methodenkonzept der Sekundarstufe I

 

PISA

Hier das GGH bei der PISA-Studie

 

Versetzung

Hier finden Sie die Versetzungsstatistik des Schuljahres 2010/2011.

 

Auszeichnungen

 

  Hum._Schule

 

  Siegerurkunde_Frz.  

  

  sportfr._Schule_2012  

Inhalt Mitte

Hauptinhalt

Grenztour

Exkursion an die ehemalige innerdeutsche Grenze

Im Rahmen der Projektwoche anlässlich des 150jährigen Geburtstags des Goethegymnasiums unternahmen wir mit Herrn Prick eine Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit.

Grenze 1 Um 9:00 Uhr trafen wir uns am Hildesheimer Hauptbahnhof, von wo aus wir mit dem Zug unsere Reise nach Helmstedt antraten. Nach mehreren Umsteigekomplikationen erreichten wir schließlich gegen 11:00 Uhr das Zonengrenzmuseum Helmstedt. Dort trafen wir auf unsere nette und informative Führerin Frau Proetzel, die uns in das Thema einführte. Bei einem ersten Rundgang durch das Museum wurde uns anschaulich an einem Modell der Aufbau der Grenzanlage erklärt. An ausgestellten Originalstücken wurde uns die Funktionsweise von Selbstschuss- und Alarmanlagen erläutert und wir erfuhren, wie kleinmaschig, scharfkantig und somit schwer zu erklimmen der Grenzzaun gebaut war.

Nach dieser kleinen Führung begaben wir uns mit Bus und Führerin mitten in den ehemaligen Todesstreifen bei Hötensleben. Zunächst zögerten wir mit dem Betreten der Grenzanlagen, da wir Minen vermuteten, über die wir bereits schreckliche Dinge im Museum Grenze 2 erfahren hatten. Unsere Führerin überzeugte uns aber davon, dass in Sichtweite der Dorfbewohner nie Minen verlegt wurden und wir unbesorgt den Spuren der Grenztruppen zwischen der inneren und äußeren Mauer folgen konnten. In wenigen Metern Entfernung sahen wir Kfz-Sperren, Stacheldraht und Beleuchtungsanlagen. Die Sperren waren gerade so angelegt, dass ein Trabi nicht hindurchpasste. Diese Maßnahme richtete sich vor allem gegen Fluchtversuche der Grenztruppen. Auch wurde uns das Prinzip der Hundelaufanlagen nahegebracht. Man erzählte uns, dass manchmal Flüchtlinge den ausgehungerten Tieren Futter mitbrachten, die sich teilweise sogar über die unerwartete Gesellschaft freuten, anstatt zu beißen. Solche „wesensschwachen“ Hunde wurden unverzüglich ausgetauscht.

Grenze 3 Nebenbei erfuhren wir Interessantes über Fluchtversuche und das Leben der Grenztruppen. Die meist jungen Soldaten mussten jeden Tag aufs Neue schwören, jeden „Republikflüchtling“, welchen sie nicht gewaltlos aufhalten konnten, durch Waffengewalt zu stoppen. Für bewusstes Danebenschießen konnte man bis zu drei Jahre ins Gefängnis kommen, während für die erfolgreiche Erschießung eines Flüchtlings sogar Prämien ausgezahlt wurden. Von dem in weit sichtbaren türkisen Tarnfarben gehaltenen Wachturm aus konnten wir die Grenzanlage aus der Perspektive der wachhabenden Soldaten überblicken und spähten dabei tief in „Feindesland“.

Auf der anschließenden Busfahrt zur Grenzübergangsstelle Marienborn berichtete die Reiseleiterin, dass innerhalb eines riesigen Tagebaugeländes Grenzsegmente nach arbeitsorganisatorischen Erfordernissen verschoben wurden und dass Grenze 4 unter strengen Sicherheitsauflagen innerhalb und in der Nähe der Grenzanlagen auch Landwirtschaft betrieben wurde.

Schließlich erreichten wir den letzten Punkt unserer Zeitreise, die GÜSt Marienborn. Hier schlüpften wir in die Rolle der westdeutschen DDR-Besucher und gingen nacheinander die verschiedenen Kontrollstationen durch. Wir erkundeten den Arbeitsplatz eines Grenzers bei der Passkontrolle und verfolgten den Weg von Passpapieren über altmodische Fließbänder bis zur Ausfertigungsstelle, wo pro Fahrbahn an einem Tisch drei Leute saßen. Deren Zahl wurde je nach politischer Stimmungslage reduziert, um den Grenzbetrieb künstlich zu verlangsamen, was zu langen Warteschlangen und Wut der BRD-Bürger führte. Danach ging es zum Zoll, wo wir die Kontrollgaragen erkundeten, in denen Grenze 6 „verdächtige Fahrzeuge“ auseinandergebaut und auf Flüchtlinge und Schmuggelware überprüft wurden. Besonders „freche“ Westbürger mussten sich bei jeder Wetterlage vollständig entkleiden, wobei man ihnen im Extremfall in alle möglichen Körperöffnungen schaute.

Der weitere Erkundungstrip führte uns zur Wechselstube und zum Leichenhaus. In der Wechselstube musste jeder Einreisende 25 Westmark gegen 25 Ostmark tauschen, welche er aufzubrauchen hatte, da er sie bei der Ausreise nicht zurücktauschen oder über die Grenze schmuggeln durfte. Im angrenzenden Leichenhaus wurden Leichen von in der DDR verstorbenen „Wessis“ daraufhin überprüft, ob diese wirklich tot waren und es sich nicht stattdessen um flüchtige Ossis handelte.

Grenze 7 Gegen 15:00 Uhr begaben wir uns zurück in die „sichere BRD“ nach Helmstedt, von wo aus wir mit dem Zug nach Hildesheim zurückfuhren. Unterwegs gingen wir das Erlebte noch einmal durch und wurden von Herrn Prick mit Fragen überschüttet! Alle empfanden diesen Tag als sehr informativ und spannend.

Christine Seggelke und
Christian Cordts


.